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Die Dinge vermehren sich. Aufmerksamkeit nicht.

  • Autorenbild: Matthias Friedle
    Matthias Friedle
  • 25. Juli
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 7 Tagen

Ein scharf abgebildetes Zebra in der Weite Afrikas steht vor weiteren unscharf abgebildeten Zebras im Hintergrund

Kenny besitzt zwei Hot-Wheels-Autos. Eines davon ist kaputt. Trotzdem spielt er stundenlang damit.


Eines Tages schenkt ihm Rachel Naomi Remen gemeinsam mit ihrem Praxisteam einen Karton mit allen damals erhältlichen Hot Wheels.


Ein paar Tage später spielt Kenny nicht mehr.


Auf ihre Frage, warum, antwortet er: „Ich weiß nicht, wie ich so viele Autos lieben soll, Rachel.“


Ich bin dieser Geschichte in Rachel Naomi Remens Buch Aus Liebe zum Leben begegnet.


Mit zwei Autos konnte Kenny jedem seine Aufmerksamkeit schenken. Mit einem ganzen Karton nicht mehr.


Wer über Jahrzehnte ein Unternehmen aufbaut, übernimmt Verantwortung. Für Mitarbeitende, Kunden, Geschäftspartner und Entscheidungen. Im Laufe der Jahre kommen Beteiligungen, Immobilien, Ehrenämter, Netzwerke und neue Aufgaben hinzu – die sichtbaren Spuren eines erfolgreichen Berufslebens.


Erfolg vermehrt Besitz und Verantwortung. Aufmerksamkeit vermehrt sich nicht.

Irgendwann werden nicht die Dinge zum Problem, sondern die Tatsache, dass wir all dem nicht mehr mit derselben Aufmerksamkeit gerecht werden können.


Vielleicht ist das der eigentliche Gewinn des nächsten Lebensabschnitts: Aufmerksamkeit wird wieder zur bewussten Entscheidung, nicht zur Reaktion auf das, was gerade am dringendsten scheint.


„Ich weiß nicht, wie ich so viele Autos lieben soll, Rachel.“


Ich glaube, darin liegt einer der großen Unterschiede zwischen einem erfolgreichen Berufsleben und seinem nächsten Kapitel. Erfolg eröffnet oft neue Möglichkeiten. Das nächste Kapitel schenkt uns die Freiheit, bewusst zu wählen, wem und was wir unsere Aufmerksamkeit schenken.

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