Eingebrochen. Und trotzdem entspannt.
- Matthias Friedle
- 14. Juni
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 15. Juni
Unser Fahrzeug ist in Namibia angekommen. Wir noch nicht.
Vor wenigen Tagen hat uns der Spediteur angerufen. Während des Transports wurde in unser Weltreisemobil eingebrochen. Wir sitzen in Deutschland. Tausende Kilometer entfernt. Und wissen nicht, was wirklich fehlt. Sicher ist bisher nur eines: Ein Großteil unserer Kleidung wurde gestohlen.
Die Kleiderbügel hängen noch ordentlich im Schrank. Die Kleidung ist weg.

Foto: Unser Spediteur in Namibia
Was sonst noch fehlt, werden wir erst feststellen, wenn wir selbst vor Ort sind.
Meine Frau Caroline meinte dazu: „Irgendwo freuen sich vielleicht gerade ein paar Menschen über ihre neuen Kleider.“
Im Nachhinein fiel uns eines auf: unsere eigene Reaktion.
Vor einigen Jahren hätte uns eine solche Nachricht vermutlich deutlich länger beschäftigt. Wir hätten mögliche Schäden kalkuliert, Szenarien durchgespielt und uns über das geärgert, was vielleicht verloren gegangen ist.
Diesmal war es anders.
Natürlich finden wir es nicht gut, dass jemand in unser Fahrzeug eingebrochen ist. Natürlich hoffen wir, dass der Schaden begrenzt ist. Gleichzeitig haben wir festgestellt, dass uns die vielen offenen Fragen erstaunlich wenig belasten. Vielleicht liegt es daran, dass wir heute klarer zwischen dem unterscheiden, was uns ärgert, und dem, was wirklich wichtig ist.
Wir sind gesund. Wir haben eine wunderbare Familie, gute Freunde und freuen uns auf die bevorstehende Reise durch Namibia.
Keines dieser Dinge konnte gestohlen werden.
Gab es in Ihrem Leben eine Situation, die Sie früher deutlich stärker beschäftigt hätte als heute?



