
Wer besitzt hier eigentlich wen?
- Matthias Friedle
- 2. Juli
- 1 Min. Lesezeit
Wie wäre es, so eine Farm zu besitzen?
Der Gedanke kommt automatisch. Wir übernachten derzeit auf Farmen in Namibia – manche über 20.000 Hektar groß, mit Granitmassiven und Tälern, die seit mehr als 130 Millionen Jahren bestehen.
Ich bin Schwabe. „Schaffe, schaffe, Häusle baue“ ist für mich keine Volksweisheit, sondern Teil meiner Prägung.
Vor einigen Jahren hätte ich vermutlich zuerst nach dem Kaufpreis gefragt. Heute frage ich mich zuerst, wie oft ich überhaupt hier wäre. Dann schaue ich auf diese Felsen.
Diese Landschaft war lange vor uns da. Und sie wird noch da sein, wenn wir längst wieder verschwunden sind.
Was bedeutet es eigentlich, so einen Ort zu besitzen?
Seit wir mit unserem Weltreisemobil unterwegs sind, ohne festen Ort und jeden Morgen mit offenem Horizont, denke ich häufiger über diese Frage nach.
Mit jedem Stück Eigentum kommen Entscheidungen, Verantwortung und Verpflichtungen hinzu. Daran ist nichts falsch. Aber es ist ein Tausch. Ich merke, dass ich diesen Tausch heute bewusster abwäge als noch vor einigen Jahren.
Ich habe darauf selbst noch keine endgültige Antwort. Der Wunsch, etwas aufzubauen und zu besitzen, steckt noch immer in mir. Heute frage ich mich jedoch häufiger, ob das, was ich besitzen möchte, auch zu dem Leben passt, das ich führen will.
Ich freue mich über das, was wir aufgebaut haben. Gleichzeitig genieße ich, dass unser Leben heute Raum für solche Reisen lässt. Vielleicht liegt es an der Weite dieses Landes. Vielleicht daran, dass man zwischen 130 Millionen Jahre alten Felsen merkt, wie klein manche Fragen plötzlich werden.
Was gehört Ihnen – und was hält Sie dafür fest?



