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Alles hat seine Zeit. Auch ein Lebenswerk.

Autorenbild: Matthias Friedle
Matthias Friedle
11. Juli
1 Min. Lesezeit

Wir übernachten derzeit auf einer Farm in Namibia. Rund 1.000 Hektar Buschland, etwa 160 Kilometer vom Etosha-Nationalpark entfernt. Von der Terrasse blickt man auf eine Wasserstelle und in die Weite.


Die Farm wird in fünfter Generation von einem Ehepaar geführt. Beide sind inzwischen in ihren Siebzigern.


Nach dem Einchecken sitzen wir noch eine Weile zusammen. Sie erzählen uns von der Farm. Und davon, dass sie verkaufen möchten. Eine Million Euro. Gebäude, Fahrzeuge und Ausstattung inklusive. Im Gästebuch lesen wir später, dass in den vergangenen Wochen kaum noch Gäste hier waren.


Man erkennt, mit wie viel Sorgfalt dieser Ort einmal aufgebaut wurde. Gleichzeitig hat die Zeit ihre Spuren hinterlassen.


Zu etwas, das über Generationen aufgebaut wurde, gehört irgendwann auch der richtige Zeitpunkt für die Übergabe.


Auf der Weiterfahrt lässt mich eine andere Frage nicht los. Nicht die nach dem Kaufpreis.

Sondern die, woran man erkennt, dass die Zeit gekommen ist, ein Lebenswerk weiterzugeben.


Nicht, weil man nicht mehr kann. Sondern weil man selbst noch Zeit haben möchte, das nächste Kapitel zu erleben.

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