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Jonathan hat vermutlich noch jede Menge Zeit. Wir nicht.

Autorenbild: Matthias Friedle
Matthias Friedle
15. Okt.
1 Min. Lesezeit
Nahaufnahme einer Riesenschildkröte mit erhobenem Kopf im grünen Gras. Symbolbild, nicht Jonathan, eigene Aufnahme auf Galapagos.

Die Sindelfinger Zeitung berichtet über die Riesenschildkröte Jonathan auf St. Helena. Forschende haben Genvarianten gefunden, die zu einer besonders wirksamen Reparatur von DNA-Schäden beitragen sollen. Die Hoffnung: Eines Tages hilft dieses Wissen auch uns.


Der Artikel stellt dazu eine Frage: Wüssten wir überhaupt, was wir mit zusätzlichen Jahren anfangen sollen?


Meine Antwort: Ja. Und ich muss dafür nicht auf mehr Jahre warten.


Für mich begann die Freiheit nach dem Verkauf meiner Firma. Seitdem sind meine Frau und ich jedes Jahr ein halbes Jahr auf Reisen, oft mit unserem MAN-Weltreisemobil. Die andere Hälfte verbringen wir in der Heimat und widmen uns bewusster als früher unserer Familie.


Zuletzt waren wir drei Monate in Namibia, Simbabwe und Botswana unterwegs. Früher fehlte mir für solche Vorhaben die Zeit.


Das Verschieben auf „danach“ ist ein vertrauter Gedanke: nach dem nächsten Geschäftsjahr, nach der Übergabe …

Dafür gibt es gute Gründe. Wer ein Unternehmen aufgebaut hat, trägt Verantwortung für dessen Zukunft. Diese Verantwortung lässt sich meist nicht von heute auf morgen weitergeben.


Doch gemeinsame Vorhaben mit dem Partner hängen auch davon ab, ob beide die Zeit, Mittel, Gesundheit und Energie dafür haben. Ob alles so kommt, wie wir es uns wünschen, liegt nicht allein in unserer Hand. Bei uns kam dieses „danach“ tatsächlich. Dafür bin ich dankbar.


Vielleicht würden wir auch mit zusätzlichen Lebensjahren manches weiter auf später verschieben.


Was haben Sie nicht auf „danach“ verschoben – und sind heute froh darüber?


Quelle: Eva Maurer, „Jonathans Geheimnis“, Sindelfinger Zeitung, 15. Oktober 2026 Foto: Riesenschildkröte auf Galapagos, eigene Aufnahme (Symbolbild)


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